CFW Gesellschaft

Festvortrag von Hans Küng

Ein neues Paradigma von Weltinnenpolitik

Carl Friedrich v. Weizsäcker zum 90. Geburtstag

 

Sehr verehrter, lieber Carl Friedrich von Weizsäcker,
sehr verehrte Damen und Herren,

     nicht eine Laudatio soll ich halten – Sie sind ja als Laudandus schon buchstäb­lich »voll des Lobes«. Auch nicht nur eine launige Tischrede mit lauter Belanglosig­keiten. Vielmehr eine Festrede, so wurde es mir von Herrn Redeker aufgetragen, bei der freilich, nachdem wir nun doch schon die Vor­speise genossen haben, niemand der Bissen im Halse stecken bleiben soll. Denn dies könnte einem ja beim gegenwärtigen Zustand der Weltinnenpolitik – um gleich zu Anfang eines Ihrer Schlüsselworte zu benützen – durchaus zustoßen.

     Doch vor allem Grundsätzlichem etwas Persönlicheres: Als ich Ihnen im Hinblick auf das Parlament der Weltreligionen in Chicago 1993 meinen Entwurf für eine Erklä­rung zum Weltethos zusandte, antworteten Sie mir mit sehr interessanten Bemerkun­gen. Besonders aktuell der Satz im Abschnitt »Verpflichtung auf eine Kultur der Tole­ranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit«: »Die öffentliche Meinung sollte diejenigen Po­li­tiker unterstützen, die es wagen, dem Volk die Wahrheit zu sagen.« Sie schlugen als Ergänzung vor: »…, die es wagen, dem Volk gerade auch vor den Wahlen die Wahrheit zu sagen«. Ich weiß nicht, wer anschließend in Chicago die Verantwortung dafür trug, daß gerade dieses »vor den Wahlen« gestrichen und ersetzt wurde durch das recht allgemeine: »at all times«, »jederzeit«! Das ist zwar auch wichtig. Griffiger und treffender wäre das andere gewesen. Sie, lieber Carl Friedrich von Weizsäcker, wußten aufgrund Ihrer Lebenserfahrungen, wovon Sie sprachen und warum Sie ge­rade darauf Wert legten.

     Diese kleine Episode ist nur ein Zeichen dafür, wie sehr wir schon seit langem für die gleichen Anliegen eintreten, nachdem wir uns 1977 bei Ihrem theologischen Ehrendoktorat in Tübingen zum ersten Mal nähergekommen waren. Wie kaum ein anderer führender Intellektueller Deutschlands haben Sie von Anfang an die Welt­ethos-Idee unterstützt. Sie lag ja auch auf der Linie Ihres bahnbrechenden Vor­schlags für ein »Konzil des Friedens«, welches Gerechtigkeit, Frieden und Bewah­rung der Schöpfung zum Ziele haben sollte. Ich konnte Sie meinerseits davon über­zeugen, daß der Vatikan Ihre Aneignung des großen Wortes »Konzil« (so ganz ohne den Papst zu fragen) keinesfalls hinnehmen würde. Man hat ja dann vernünftiger­wei­se einen »konziliaren Prozeß« daraus gemacht. Und statt eines zweiten »Konzils von Basel«, welches schon hundert Jahre vor der Reformation eine ausgesprochen antipäpstliche Richtung nahm, hat dort 1989 eine erste Europäische Ökumenische Versammlung getagt. Ein wichtiges Datum. Die in Basel abgegebene Erklärung hat mich nicht wenig inspiriert, eine nicht nur die Christenheit, sondern alle Weltreligio­nen umgreifende »Erklärung zum Weltethos« auszuarbeiten.

     In der Folge haben Sie ja unter anderem auch die Initiative des InterAction Councils früherer Staats- und Regierungschefs unter Vorsitz von Altbundeskanzler Helmut Schmidt mit Ihrer Unterschrift unterstützt: »Vorschlag einer Allgemeinen Er­klärung der Menschenpflichten«. Und in der Zwischenzeit haben wir immerhin er­reicht, daß in der UNO-Vollversammlung im November 2001 zwei Tage lang der Dia­log der Zivilisationen und Religionen diskutiert und von sämtlichen Delegationen der Vereinten Nationen unterstützt wurde – bis hin zur Abschlußerklärung der Voll­ver­sammlung, die unter anderem auch die Erarbeitung gemeinsamer ethischer Stan­dards fordert. In der Tat ein Gegenprogramm zum »Clash of Civilizations«.

     Bei dieser Gelegenheit wurde der Vollversammlung ein Manifest überreicht, das im Auftrag von UN-Generalsekretär Kofi Annan eine »Group of Eminent Persons« aus­gearbeitet hatte, zu der auch, lieber Herr von Weizsäcker, Ihr Bruder Richard und ich selbst gehörten und das viele unserer gemeinsamen Anliegen aufgenommen hat. Unter dem Titel »Crossing the Divide« (in deutsch: »Brücken in die Zukunft«) wird ein neues Paradigma internationaler Beziehungen auf der Grundlage ethischer Stan­dards vorgeschlagen. Dieses neue Paradigma umfaßt viele Gedanken, die Sie schon vor Jahren unter dem Begriff »Weltinnenpolitik« vorgedacht haben. Und damit bin ich bei meinem Thema, das ich zuerst in einen welthistorischen Rahmen stellen möchte.

I. Das überholte Paradigma internationaler Beziehungen

     Drei realsymbolische Daten, die – bei aller Fragwürdigkeit der Kalenderchro­nologie – das langsame und mühselig das Ende des alten und zugleich das sich durch­setzende neue Paradigma internationaler Beziehungen signalisieren: in Ankün­digung (1918), Realisierung (1945) und schließlich Durchbruch (1989).

     1918: Ende des Ersten Weltkriegs mit einer Bilanz von gegen 10 Millionen To­ten. Kollaps des Deutschen Kaiserreiches, des Habsburgerreiches, des Zarenrei­ches, des Osmanischen, zuvor schon des chinesischen Kaiserreiches. Jetzt die ame­rikanischen Truppen auf europäischem Boden und die Heraufkunft des Sowjetimpe­riums. Das ist der Anfang vom Ende des eurozentrisch-imperialistischen Paradigmas der Moderne und der Beginn eines noch nicht definierten, aber doch von den Weit­sichtigen anvisierten neuen Paradigmas. Es wurde von den USA vorgeschlagen: Mit seinen »14 Punkten« skizzierte Präsident Woodrow Wilson (am 8.1.1918) sein Frie­densprogramm: einen »Gerechtigkeitsfrieden« ohne Besiegte und die »Selbstbe­stim­mung der Völker« ohne Annexionen und Reparationsforderungen. Aber das »Ver­sailles« der Realpolitiker Clémenceau und Lloyd Georges hat die Realisierung des neuen Paradigmas verhindert: statt Gerechtigkeitsfrieden ein Diktatfrieden ohne die Beteiligung der Besiegten. Die Folgen (vom britischen Verhandlungsführer John May­nard Keynes, der demissionierte und später der führende Ökonom des Jahrhun­derts wurde,  hellsichtig prophezeit) sind bekannt: Faschismus und Nazismus (se­kundiert in Fernost vom japanischen Militarismus) sind die katastrophalen reaktionä­ren Fehlentwicklungen, die zwei Jahrzehnte später zum Zweiten Weltkrieg führen, der schlimmer ist als alles bisher in der Weltgeschichte Dagewesene.

     1945: Ende des Zweiten Weltkriegs mit einer Bilanz von gegen 50 Millionen Toten und weiterer Millionen Vertriebener. Nazismus und Faschismus erledigt, der Sowjetkommunismus nach außen stärker denn je, aber innerlich aufgrund der stali­nistischen Politik politisch-wirtschaftlich-sozial bereits in der Krise. Wieder geht die Initiative für ein neues Paradigma von den USA aus: 1945 Gründung der Vereinten Nationen in San Francisco und das Bretton-Woods Abkommen zur Neuordnung der Weltwirtschaft, dann die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte 1948, weiter die amerikanische Wirtschaftshilfe für den Aufbau Europas und dessen Einbezug in ein Freihandelssystem. Aber der Stalinismus hat dieses neue Paradigma für seinen Ein­flußbereich blockiert und zur Teilung der Welt in Ost und West geführt.

     1989: Fall der Berliner Mauer – Symbol der Unmenschlichkeit, des Totalitarismus und Staatsterrorismus. Die erfolgreiche friedliche Revolution in Osteuropa und der Kollaps des Sowjetkommunismus. Nach dem Golfkrieg wieder ein amerikanischer Präsident, der ein neues Paradigma, »a New World Order«, ankündigt und mit dieser Parole enthusiastische Aufnahme in der Welt findet. Aber im Gegensatz zu seinem Vorgänger Wilson hatte Präsident George Bush sen. keine Ahnung, wie die­ses »vision thing« aussehen sollte. Und insofern stellt sich nun die Frage: Haben wir im vergangenen Jahrzehnt die Chance eines neuen Paradigmas erneut verpaßt?

     Nein, das ist meine Überzeugung nicht. Darf man doch im 20. Jahrhundert trotz der Kriege, Massaker und Flüchtlingsströme, trotz des Archipel Gulag, des Holocausts und der Atombombe manche Veränderungen zum Besseren nicht übersehen. Über die zahllosen grandiosen wissenschaftlich-technologischen Errungenschaften hinaus können sich die schon nach 1918 zu einer neuen nachmodernen Gesamt­konstellation drängenden Bewegungen nach 1945 durchsetzen: Friedensbewegung, Frau­enbewegung, Umweltbewegung, Ökumenebewegung: eine neue Einstellung zu Krieg und Abrüstung, zur Partnerschaft von Mann und Frau, zum Verhältnis von Öko­nomie und Ökologie, zu den christlichen Konfessionen und den Weltreligionen. Und nach 1989, nach dem Zusammenbruch der gewaltsamen Zweiteilung der Welt in West und Ost und der definitiven Entzauberung wie der evolutionären so jetzt auch der revolutionären Fortschrittsideologie, zeichnen sich nun global konkrete Möglichkeiten einer befriedeten und kooperierenden Welt ab: anders als die europäische Moderne nicht mehr eurozentrisch, sondern polyzentrisch, bei allen ungeheuren Defiziten und Konflikten im Prinzip doch postimperialistisch und postkolonialistisch, mit den Idealen einer öko-sozialen Marktwirtschaft und wahrhaft vereinter Nationen.

     Die in den letzten hundert Jahren herrschenden politischen Orientierungen des Imperialismus, Rassismus und Nationalismus haben abgewirtschaftet: Während die afrikanische, asiatische und islamische Welt weiterhin von traditioneller nationaler Machtpolitik bestimmt ist, läßt sich in den westeuropäischen Ursprungsländern von Imperialismus, Nationalismus und Rassismus, welche die Großzahl der Kriege, besonders die beiden Weltkriege, verursacht haben, ein Paradigmenwechsel feststellen: weg von der mit den beiden Weltkriegen klar gescheiterten konfrontativen nationalen Macht- und Prestigepolitik, die unter Umstän­den mit militärischen Mitteln ausgetragen wird, hin zu einem neuartigen gemeinsamen Politikmodell regionaler Kooperation und Integration, welche jahrhundertelange Gegensätze friedlich zu überwinden vermochte. Das Resultat nicht nur in der EU, sondern im ganzen Bereich der OECD (Organization for Economic Cooperation and Development, 1948 bzw. 1960 gegründet), also der westlichen Industriestaaten (neben den Europäern vor allem die USA, Kanada, Australien, Neuseeland und Japan) ist ein halbes Jahrhundert des Demokratiefriedens. Wahrhaftig: ein gelungener Paradigmenwechsel!

     So lassen Sie mich denn nach dieser notwendig sehr knappen historischen Tour d'horizon zu einer grundsätzlichen Bestimmung des neuen Paradigmas der internationalen Beziehungen kommen, die ich in Büchern wie »Projekt Weltethos« und »Welt­ethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft« begründet habe. Viele Ideen, die ich da vertreten habe, sind eingegangen in das Manifest für die Vereinten Nationen »Brücken in die Zukunft« (Fischer Verlag, Frankfurt 2001). Mit Altbundespräsident Richard von Weizsäcker gehörte ich einer zwanzigköpfigen »Group of Eminent Persons« an, von Generalsekretär Kofi Annan berufen, um einen Bericht zum Dialog der Kulturen über ein neues Paradigma internationaler Beziehungen auszuarbeiten. Un­ser Manifest haben wir am 9. November 2001 dem Generalsekretär und der UN-Voll­versammlung vorgestellt unter dem Titel »Crossing the Divide«, deutsch eben »Brük-ken in die Zukunft«. Mit diesem persönlichen und sachlichen Hintergrund lassen Sie mich nun, meine Damen und Herren, im zweiten Teil das neue Paradigma internationaler Beziehungen knapp skizzieren.

II. Das neue Paradigma internationaler Beziehungen und seine ethischen Voraussetzungen

     Aufgrund der Erfahrungen in EU und OECD läßt sich die neue politische Gesamtkonstellation wie folgt in knappen Zügen skizzieren, wobei ethische Kategorien kaum vermeidbar sind. Das neue Paradigma besagt grundsätzlich: statt der neuzeitlichen nationalen Interessen-, Macht- und Prestigepolitik (wie noch in Versailles) eine Politik regionaler Verständigung, Annäherung und Versöhnung. Von Frankreich und Deutschland ist dies exemplarisch vorgemacht worden. Dies erfordert im konkreten politischen Handeln – auch in Nahost, Afghanistan und Kaschmir – statt der früheren Konfrontation, Aggression und Revanche wechselseitige Kooperation, Kompromiß und Integration. Dies gilt nicht nur für die EU, sondern für die ganze OECD-Welt.

     Diese neue politische Gesamtkonstellation setzt offenkundig eine Mentalitäts­veränderung voraus, die weit über die Tagespolitik hinausgeht:

  • Neue Organisationen reichen dafür nicht aus, es braucht eine neue Denkart (»mind-set«).
  • Nationale, ethnische, religiöse Verschiedenheit darf nicht mehr grundsätzlich als Bedrohung verstanden werden, sondern als zumindest mögliche Bereicherung.
  • Während das alte Paradigma immer einen Feind, gar Erbfeind voraussetzte, braucht das neue Paradigma keinen Feind mehr, wohl aber Partner, Konkurrenten und oft auch Opponenten. Statt militärischer Konfrontation gilt auf allen Ebenen wirtschaftlicher Wettbewerb.
  • Denn es hat sich gezeigt, daß die nationale Wohlfahrt auf die Dauer nicht durch Krieg, sondern nur durch Frieden befördert wird, nicht im Gegen- oder Nebeneinander, sondern im Miteinander.
  • Und weil die nun einmal bestehenden verschiedenen Interessen im Miteinan­der befriedigt werden, ist eine Politik möglich, die nicht mehr ein Null-Sum­men-Spiel ist, bei welcher der eine auf Kosten des anderen gewinnt, sondern ein Positiv-Summen-Spiel, bei dem alle gewinnen.

     Natürlich ist Politik im neuen Paradigma nicht einfach leichter geworden, son­dern bleibt – die jetzt freilich gewaltfreie – »Kunst des Möglichen«. Wenn sie funktio­nieren soll, kann sie sich nicht gründen auf einen »postmodernistischen« Belie­big­keits­pluralismus. Vielmehr setzt sie einen gesellschaftlichen Konsens bezüglich bestimmter Grundwerte, Grundrechte und Grundpflichten voraus. Dieser gesell­schaftliche Grundkonsens muß von allen gesellschaftlichen Gruppen mitgetragen werden, von Glaubenden wie Nichtglaubenden, von den Angehörigen der verschie­denen Religionen wie Philosophien oder Ideologien.

     Mit anderen Worten: Dieser gesellschaftliche Konsens, den ein demokratisches System nicht erzwingen darf, sondern voraussetzen muß, meint kein gemeinsames ethisches System (»Ethik«, »ethics«), wohl einen gemeinsamen Grundbestand an Werten und Maßstäben, Rechten und Pflichten, ein gemeinsames Ethos (»ethic«): ein Menschheitsethos also. Ein Weltethos (»global ethic«), das nicht eine neue Ideologie oder »Superstruktur« ist, sondern die gemeinsamen religiös-philosophi­schen Ressourcen der Menschheit bündelt, die nicht gesetzlich auferlegt, sondern bewußt gemacht werden sollen. Weltethos ist gleichzeitig »personenorientiert, institutione­norientiert und resultatorientiert« (A. Riklin)..

     Insofern zielt das Weltethos nicht nur auf eine das Individuum möglicherweise entlastende Kollektivverantwortung (als ob an bestimmten Mißständen nur »die Ver­hältnisse«, die »Geschichte«, »das System« Schuld seien). Es zielt in besonderer Weise auf die individuelle Verantwortung eines jeden einzelnen an seinem Platz in der Gesellschaft und ganz besonders auf die individuelle Verantwortung der politi­schen Führer. Die freie Verpflichtung auf ein gemeinsames Ethos schließt selbst­verständlich nicht aus, sondern ein, daß sie vom Recht unterstützt wird und unter Umständen juristisch eingeklagt werden kann, im Fall von Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und völkerrechtlicher Aggression aller­neuestens sogar vor einem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, wenn näm­lich ein Vertragsstaat unfähig oder nicht Willens ist, die auf seinem Boden verübten Verbrechen juristisch zu ahnden.

     Aber nun ist ja notorisch, daß ja gerade die USA den Internationalen Strafge­richtshof – zusammen mit Israel – sabotieren, ebenso auch andere wichtige interna­tionale Abkommen wie das Klima-Abkommen von Kyoto … Die gegenwärtige Admi­nistration der einzig übrig gebliebenen Supermacht scheint eine Politik im neuen Pa­radigma mehr als andere Großmächte in der asiatischen, islamischen oder afrikani­schen Welt zu stören. Und so komme ich denn nicht darum, das neue Paradigma mit der politischen Wirklichkeit nach dem 11. September 2001 zu konfrontieren ange­sichts der Tatsache, daß der Kampf gegen den Terrorismus zweifellos aufgenommen werden mußte und die ungeheuren Verbrechen nicht ungesühnt bleiben dürfen. Zu­nächst hatte ich die Absicht, diesem dritten Teil den Titel »Kritische Fragen nach dem 11. September« zu geben, habe mich aber zu einer Umkehr der Perspektive entschlossen mit dem hoffnungsvolleren (und diesem Festanlaß mehr angepaßten) Titel:

III. Chancen nach dem 11. September

     Kurz aufhalten möchte ich mich mit der Frage, ob es nach dem 11. September eine Alternative zum erlebten Afghanistan-Szenario gegeben hätte. Es dürfte wenig Sinn haben, im Nachhinein darüber zu philosophieren, ob auch eine andere Strategie möglich gewesen wäre: Wenn etwa Präsident Bush sofort wie gewiß ein Winston Churchill das Kommando im Weißen Haus übernommen hätte, um die Alarmstufe 1 anzukünden, aber zugleich auch aller Hysterie zu wehren. Wenn er also zum Bei­spiel die Flughäfen nicht zum Schaden der Wirtschaft geschlossen hätte. Wenn er nicht zum »Krieg« mit Flottengeschwadern und Flugzeugverbänden aufgefordert hätte, sondern zum »Kampf« mit anderen Mitteln gegen das terroristische Netzwerk: gewiß eine große Allianz mit den islamischen Staaten und eine Polizei- und Geheim­dienst-Operation mit Unterstützung der Nordallianz und Aufbau einer paschtunischen Südallianz. Abschneiden des militärischen Nachschubs aus Pakistan und finanzieller Unterstützung aus Saudi-Arabien. Alles ohne die bisher nicht bekanntgegebenen Menschenopfer und Zerstörungen. Was ich meine: Krieg nur als ultima ratio und nicht als proxima ratio.

     Nun haben wir ihn halt, diesen höchst fragwürdigen Krieg – und Fragen wer­den wir uns von niemandem verbieten lassen dürfen:

  • einen Krieg, der seine primären Ziele (»Osama bin Laden tot oder lebendig«) nach neun Monaten noch immer nicht erreicht hat, der nun länger und verlust­reicher wird als zunächst angenommen und der sehr wohl enden kann mit ei­nem militärischen Sieg der Amerikaner und einem nicht gewonnenen Frieden, neuen Stammeskonflikten, Herrschaft der Warlords und Banditentum wie in der Zeit vor der Talibanherrschaft;
  • einen Krieg, in dessen Kampfeinsätze auch europäische Soldaten aufgrund ei­ner »uneingeschränkten Solidarität« immer mehr verwickelt werden und mög­licherweise zu jahrelanger Präsenz und Auseinandersetzungen im Hindu­kusch mit Verantwortung für die Hauptstadt Kabul verdammt sind;

     Die entscheidende Frage ist nach den neuesten Erfahrungen mehr denn je: Wie sollen wir uns international engagieren? Und soll es im Kampf mit dem Terrorismus einfach in diesem Stil weitergehen? Nicht um die Alternativen der Vergangenheit geht es mir, sondern um die Alternativen der Zukunft. Haben wir überhaupt solche, solange Außenpolitik vor allem Militärpolitik ist und Abermilliarden für sündhaft teure neue Waffensysteme und Transportflugzeuge statt für Kindergärten und Schulen im eigenen Land und für die Bekämpfung von Armut, Hunger und Elend in der Welt aus­gegeben werden? Gibt es überhaupt noch Chancen für das neue Paradigma auch außerhalb der OECD-Welt?

     Ich meine ja und möchte das vorsichtig andeuten: nicht mit scheinbar sicheren Voraussagen, sondern im Modus des »Es könnte ja sein, daß …« Also im vollen Bewußtsein all der realen Ungewißheiten der Zukunft, die heute oft rascher grundle­gende Wendungen herbeiführen als früher und dies nicht immer zum Schlimmeren. Also sozusagen nach dem realistischen Anti-Murphy-Principle: »Was schief gehen kann, muß nicht immer schief gehen …« Und ich beschränke dabei meine Bemer­kungen auf Afghanistan und den Nahen Osten.

     Was den Afghanistan-Krieg angeht: Ich bin ein Freund der Vereinigten Staa­ten, war dort oft vielgeehrter Gastprofessor und ein Bewunderer der großen ameri­kanischen Tradition der Demokratie und der Einforderung der Menschenrechte. Und, gerade deshalb plädiere ich für Frieden – auch angesichts der Kampagne gegen den Terrorismus:

     Es könnte ja sein, daß auch die neue amerikanische Administration einsieht, daß wer den Kampf gegen das Böse in der ganzen Welt meint gewinnen zu können, sich selbstgerecht zum ewigen Krieg verdammt und daß auch eine Supermacht er­folgreiche Politik nur dann betreiben kann, wenn sie nicht selbstherrlich unilateral handelt, sondern echte Partner und Freunde, nicht Satelliten, hat.

     Es könnte ja sein, daß die USA, klüger als frühere Imperien, ihre Macht doch nicht überdehnen und am Größenwahn scheitern werden, sondern daß sie ihre Vor­machtstellung bewahren, indem sie nicht nur ihre Eigeninteressen, sondern auch die ihrer Partner berücksichtigen.

     Es könnte ja sein, daß der amerikanische Präsident, dessen Haushaltsüber­schuß im vergangenen Jahr um vier Trillionen Dollar abgenommen hat und der in Zukunft wieder mit Defiziten rechnen muß, seine Budget-Politik doch noch umorien­tiert und sich statt primär um Militärpolitik um eine erfolgreichere Wirtschaftspolitik kümmert, die auch weitere Enron-Pleiten, Börsendisaster und eine noch immer mög­liche Rezession ins Auge faßt.

     Es könnte ja sein, daß auch die gegenwärtige amerikanische Administration, weil sie sich nicht die ganze islamische Welt entfremden will, doch etwas mehr nach den Ursachen der Ressentiments der Araber und Muslime gegenüber dem Westen und den Vereinigten Staaten im besonderen fragt; daß sie sich statt nur um Sym­ptombekämpfung mehr um die Therapie an den sozialen, ökonomischen und politi­schen Wurzeln des Terrors – Armut, Demokratiedefizit, Umweltschäden – kümmert; daß sie statt noch mehr Milliarden für militärische und polizeiliche Zwecke mehr Mit­tel für die Verbesserung der sozialen Lage der Massen im eigenen Land und der Globalisierungsverlierer in aller Welt aufwendet.

     Es könnte ja sein, daß die Supermacht USA auch aus Eigeninteresse daran in­teressiert wäre, daß das internationale Rechtsbewußtsein nicht erschüttert wird da­durch, daß die einzige Supermacht andere Standards setzt als sie allgemein völker­rechtlich gelten, weil sie so denjenigen Kräften hilft, die sich überhaupt nicht an die Standards des internationalen Rechts halten wollen, und gerade so den Terror för­dert.

     Und was nun die Tragödie im Nahen Osten betrifft: Ich war ein Freund des Staa­tes Israel von Anfang an, habe mich im Zweiten Vatikanischen Konzil nach­drück­lich für die Judenerklärung eingesetzt und nach dem Konzil für die Anerken­nung des Staates Israel durch den Vatikan. Gerade deshalb plädiere ich für Frieden – auch angesichts einer scheinbar ausweglosen Situation:

     Es könnte ja sein, daß gerade angesichts der ständig steigenden Spirale der Gewalt und vieler Hunderter von Toten (davon 3/4 Palästinenser – darunter 200 Kin­der) seit dem September 2000 (als Scharon zur puren Provokation schwerbewaffnet und -beschützt den Tempelberg hinaufstieg und die zweite Intifada auslöste) immer mehr Israelis realisieren, daß sie diesen Krieg nicht gewinnen können. Der Traum von einem Groß-Israel und Scharons rein militärische Strategie »Frieden durch Re­pression« ist gescheitert und wird durch den neuesten, von den USA eingebrachten Beschluß des Weltsicherheitsrates desavouiert. Er beschwört »die Vision einer Re­gion, wo zwei Staaten – Israel und Palästina – Seite an Seite innerhalb sicherer und anerkannter Grenzen leben«. Es wäre nur zu hoffen, daß die von dem »Quartett« UNO, USA, EU und Russland geplante internationale Friedenskonferenz den Palä­stinensern zu ihrem Recht und damit Israel zu seiner Sicherheit und so der ganzen Region zum Frieden verhilft.

     Es könnte ja sein, daß eine zunehmende Zahl von Israelis einsieht, daß dieser Scharon, der bereits für das Verhängnis des Libanonkrieges 1982 und die Kriegs­verbrechen in den dortigen Flüchtlingslagern verantwortlich war und deshalb zum Rücktritt als Verteidigungsminister gezwungen wurde, sie ein zweites Mal durch seine konzeptionslose Demagogie irregeführt hat, als er ihnen Frieden durch eine Politik der starken Hand versprach. Niemand täusche sich: Die Leidensfähigkeit der Unterdrückten ist größer und anhaltender als die der Unterdrücker.

     Es könnte deshalb sein, daß jene mehr als 500 tapferen israelischen Offiziere und Soldaten von Armee und Bevölkerung immer mehr Unterstützung erhalten, die einen Militärdienst in einem unmoralischen Krieg verweigern mit der Begründung: »Wir werden nicht länger kämpfen jenseits der ›Grünen Linie‹, um dort zu besetzen, zu deportieren, zu zerstören, zu blockieren, zu morden, auszuhungern und ein gan­zes Volk zu demütigen.«

     Es könnte auch sein, daß die Judenschaft in Amerika und Europa, schon längst herausgefordert durch die skandalöse Unterdrückung eines Volkes, mithelfen, damit die wiedererwachte Friedensbewegung in Israel Unterstützung erhält und die Frie­denswilligen in Israel gewinnen, damit in dieser chaotischen Pattsituation möglichst rasch eine andere Politik dieser Regierung sich durchsetzt oder dann eben eine an­dere Regierung, die wirklich den Frieden will.

     Es könnte dann sein, daß eine israelische Regierung wie schon im Jahr 2000 im Libanon nach zwei Jahrzehnten Besatzung (Israels »Vietnam«) die Truppen zurück­zieht und den Friedensvorschlag des saudiarabischen Kronprinzen Abdullah auf­greift: Rückzug aus allen besetzten Gebieten und Anerkennung des Staates Israel durch alle arabischen Staaten mit normalen politischen und wirtschaftlichen Bezie­hungen, um so einen autonomen und lebensfähigen (nicht zerstückelten) Palästinen­serstaat zu ermöglichen, womöglich in einer Wirtschaftsunion mit Israel und Jorda­nien, die ein Segen für die gesamte Region und besonders für Israel sein könnte.

     Es könnte ja sein, daß dann auch die radikalen Palästinenser, die mit der glei­chen Gewaltslogik reagierten, ihre terroristischen Aktivitäten einstellen und daß die Palästinenser ihr »Recht auf Rückkehr« realistisch auf die symbolische Rückkehr für einige besonders harte Fälle beschränken – zu Gunsten von neuen Ansiedlungen oder von finanziellen Vergütungen, wie sie vielen Juden nach dem Zweiten Weltkrieg zukamen.

     Es könnte ja sein, daß auch die Jerusalem-Frage eine Lösung finden könnte, wie die ebenfalls viele Jahrzehnte verschleppte »römische Frage«, als der Vatikan und der italienische Staat um Souveränität über die heilige Stadt Rom stritten, bis man in den Lateranverträgen die relativ einfache Lösung fand: eine einzige Stadt mit einer Stadtverwaltung aber zwei Souveränitäten, Italien auf dem linken Tiberufer und Città e Stato del Vaticano auf dem rechten. Was für Jerusalem hieße: In der einen Altstadt (nur sie zählt hier) zwei Fahnen und zwei Souveränitäten, aber eine einzige Stadtverwaltung – und womöglich mit einem Bürgermeister und einem Premiermini­ster vom Format eines Teddy Kollek.

     Hier wären die Religionen besonders gefordert, und dies gilt lokal, regional und global:

  • »Vergeltet niemandem Böses mit Bösem!« (Röm 12,17): Dieses Wort des Neuen Testaments ist jenen christlichen Kreuzrittern in Amerika und Europa gesagt, die das Böse nur bei den anderen suchen und die meinen, ein Kreuz­zug heilige jedes militärische Mittel und rechtfertige alle humanitären »Kollate­ralschäden«.
  • »Aug um Aug, Zahn um Zahn« (Ex 21,24); Dieses Wort der Hebräischen Bi­bel zur Schadensbeschränkung ist jenen israelischen Fanatikern gesagt, die dem Gegner immer lieber gleich zwei Augen als nur eines nehmen und meh­rere Zähne einschlagen möchten und die vergessen, daß ein fortgesetztes »Aug um Aug die Welt erblinden läßt« (Gandhi) und die über Wochen hin unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung mit Panzern, Bulldozern und Hubschraubern offensichtlich ein ganzes Volk demütigten und vergewaltigten, was man in demokratischen westlichen Gesellschaften nach den schreckli­chen Erfahrungen der Hitler-Zeit nicht mehr für möglich gehalten hätte.
  • »Und wenn sie sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu« (Sure 8, 61): Dieses Wort des Koran ist jenen palästinensischen Gotteskrie­gern gesagt, die noch heute den Staat Israel am liebsten von der Landkarte tilgen möchten. Sobald die Israelis sich zurückziehen, muß auch der Terror aufhören.

     In der neuen politischen Lage erhält in der Tat die Weltethos-Erklärung des Parlaments der Weltreligionen, die im September 1993 in Chicago vor einem recht friedlichen Welthorizont verabschiedet worden war, eine neue und außerordentliche Dring­lichkeit. Wenn ich die Bilder vor mir sehe, wie israelische Soldaten in Flücht­lingslagern in Gaza traktieren oder die Amerikaner ihre Kriegsgefangenen in Kuba, dann erhalten die in Chicago formulierten Prinzipien ganz neue Brisanz:

     »Das Humanitätsprinzip: Jeder Mensch – ob Mann oder Frau, Israeli oder Palä­stinenser, Amerikaner oder Afghane, Soldaten oder Kriegsgefangene – soll mensch­lich und nicht unmenschlich, soll human behandelt werden.«

     Und angesichts der Vergeltungsschläge sowohl von amerikanischer wie von is­raelischer Seite, drängt sich die Goldene Regel, die man schon bei Konfuzius aber dann auch bei den Rabbinen und natürlich in der Bergpredigt findet, auf: »Was Du nicht willst, das man Dir tut, das tue auch nicht dem anderen.« Diese beiden grund­legenden Prinzipien werden aber in der Chicago-Erklärung (die Dokumente sind alle unter www.weltethos.org im Internet zu finden) in vier zentrale Bereiche menschlichen Zusammenlebens entfaltet und konkretisiert:

  • die Verpflichtung auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor al­lem Leben: Soll es angesichts all des Mordens in Israels besetzten Gebieten und folglich auch in Israel selbst, aber auch angesichts der Morde in amerika­nischen und europäischen Schulen und der Selbstmorde unter japanischen Jugendlichen nicht richtig und wichtig sein, an die in allen großen Traditionen der Menschheit sich findende uralte Weisung zu erinnern: »Du sollst nicht morden!« oder positiv: »Hab Ehrfurcht vor dem Leben!«?
  • die Verpflichtung auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschafts­ordnung: Soll es angesichts des in Wirtschaft und Parteien, und gar in Wis­senschaft und Medizin sich krebsartig ausbreitenden Übels der Korruption und der hemmungslosen »Selbstbedienung« und Insider-Delikte auch auf den Chefetagen nicht dringend sein, die in allen ethischen und religiösen Traditio­nen sich findende Regel zu urgieren: »Du sollst nicht stehlen!« oder heute positiv: »Handle gerecht und fair!«?
  • eine Verpflichtung auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftig­keit: Soll es angesichts all der Lügen von Politikern und publizistischen Mani­pulationen der Medien nicht unumgänglich sein, die uralte Weisung der Reli­gionen und Philosophien ins Gedächtnis zu rufen: »Du sollst nicht falsches Zeugnis geben!« oder heute positiv: »Rede und handle wahrhaftig!«?
  • eine Verpflichtung auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partner­schaft von Mann und Frau: Soll es angesichts all des Kindermißbrauchs so­gar in den Kirchen und all der sexuellen Ausbeutung von Frauen nicht uner­läßlich sein, die in allen ethischen und religiösen Traditionen sich findende uralte Weisung in Erinnerung zu rufen: »Du sollst Sexualität nicht mißbrau­chen« oder heute positiv: »Achtet und liebet einander!«?

     Doch kommen wir rasch zum Schluß, meine Damen und Herren. Erfreulicher­weise sind diese Prinzipien in dem Jahrzehnt seit Chicago 1993 schon sehr ins Be­wußtsein vieler Menschen getreten, von der UNO angefangen bis hinunter zu unse­ren Schulen, Gemeinden und Kirchen. Und so kann ich alles, was ich gesagt habe, zusammenfassen in vier Sätzen:

     Kein Friede unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen.

     Kein Friede unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen.

     Kein Dialog zwischen den Religionen ohne globale ethische Standards.

     Kein Überleben unseres Globus in Frieden und Gerechtigkeit ohne ein neues Paradigma internationaler Beziehungen auf der Grundlage globaler ethischer Standards.

     Lassen Sie mich, lieber Carl Friedrich von Weizsäcker, meine Sätze noch er­gänzen durch zwei der Ihren, die ich, ja, wir alle, uns zu eigen machen können:

     »Kein Friede unter den Menschen ohne Frieden mit der Natur.

     Kein Friede mit der Natur ohne Frieden unter den Menschen.«

     Und deshalb zu Ihrem zehnten Jahrzehnt mein beinahe liturgisch formulierter Segenswunsch: Der Friede sei mit Ihnen!

 

 

Literatur zur Vertiefung:

Hans Küng, Projekt Weltethos, Piper, München 1990.

Hans Küng, Weltethos für Weltpolitik und Weltwirtschaft, Piper, München 1997; Li­zenzausgabe: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997; Taschenbuch­ausgabe: Serie Piper 3080, München 2000.

Hans Küng Karl-Josef Kuschel (Hg.), Wissenschaft und Weltethos, Piper, Mün­chen 1998; Taschenbuchausgabe: Serie Piper 3247, München 2001.

G. Picco, R. v. Weizsäcker, H. Küng (u.a.), Crossing the Divide. Dialogue among Civilizations, Seton Hall University, South Orange/NJ 2001.

Deutsche Ausgabe: Brücken in die Zukunft. Ein Manifest für den Dialog der Kulturen. Eine Initiative von Kofi Annan, S. Fischer, Frankfurt 2001.

Hans Küng (Hrsg.), Dokumentation zum Weltethos, Piper, München 2002.

Hans Küng, Wozu Weltethos? Religion und Ethik in Zeiten der Globalisierung (im Gespräch mit Jürgen Hoeren), Herder, Freiburg 2002.